Eisflächen auf Gewässern

Betreten ist weiterhin gefährlich!


Feuerwehr warnt vor Leichtsinn / Gartenamt hat 42 "Eisleitern" an Gewässern installiert.

Vor dem Hintergrund dreier Unglücke am Wochenende in Nettetal, Münster und Köln weist die Landeshauptstadt Düsseldorf darauf hin, dass das Betreten von zugefrorenen Gewässern nach wie vor sehr gefährlich sein kann. Die derzeitigen Wintertemperaturen locken so manche auf zugefrorene Teiche und Gewässer.

Vor einen Ausflug aufs Eis warnt die Feuerwehr:
So ist ein Niederländer in Nettetal vermutlich ertrunken, nachdem er beim Schlittschuhlaufen in den Krickenbecker See eingebrochen war. Er ist seither verschollen. In Münster brach ein Mann durch die Eisschicht der Werse, als er seinen Hund retten wollte – der Mann starb später an den Folgen seiner Unterkühlung im Krankenhaus. Glück im Unglück hatte am Sonntagmorgen eine junge Frau, die in Köln im Höhenfelder See ins Eis eingebrochen war. Als die ersten Einsatzkräfte an dem See eintrafen, war die junge Frau bereits am sicheren Ufer in der Obhut von zwei Passantinnen. Die 27-Jährige war auf einem Spaziergang mit ihrem Hund am Höhenfelder See unterwegs, als dieser auf das Eis lief und plötzlich wenige Meter vom Ufer entfernt einbrach. Die Hundebesitzerin wollte ihrem Labrador zur Hilfe eilen und geriet hier selbst in akute Lebensgefahr. Als sie bereits bis über die Brust im eiskalten Wasser stand, kamen ihr zwei Spaziergängerinnen zur Hilfe und konnten sie mit Hilfe von Stöcken oder Ästen wieder aus dem Wasser herausziehen. Auch der Hund gelangte wieder ans Ufer. Bei einem ähnlichen Unfall im Frühjahr letzten Jahres verstarb ein junger Mann in Köln, weil er innerhalb weniger Minuten im eiskalten Wasser des Fühlinger Sees ohnmächtig wurde und unter die Eisdecke geraten war. Auch er wollte einen im Eis eingebrochenen Hund retten. Generell sollten die Verbotsschilder beachtet werden. Vorbeugend hat das Gartenamt "Eisleitern" an Gewässern wie Kaiserteich und Kö-Graben installiert. Damit wird schnelle Hilfe für Verunglückte, die ins Eis eingebrochen sind, möglich. Die dreieinhalb Meter langen, signalgelb gestrichenen Holzleitern können zur besseren Gewichtsverteilung über die Einbruchstelle gelegt werden, um in Not geratene Menschen schneller aus dem Wasser ziehen zu können. Besonders gefährdet sind Kinder. Leicht überschätzen sie die oft viel zu dünne Eisdecke. Auch wenn in Ufernähe das Eis fest erscheint, kann es ein paar Meter weiter gefährlich werden. Bricht das Eis weg, fallen die Menschen unweigerlich in das eisige Wasser. Die Folge sind lebensgefährliche Unterkühlungen. Bereits nach zwei Minuten haben Kinder kaum eine Überlebenschance.

 

Auch in diesem Winter wurden an allen Gewässern in öffentlichen Grünflächen, wie am Kaiserteich, Schwanenspiegel, Spee'schen Graben und Kö-Graben, Landskrone sowie an den Weihern im Südpark, Ostpark, Zoo, Eller und Benrather Schlosspark durch das Gartenamt insgesamt 42 Eisleitern sowie 82 Warntafeln aufgestellt. Erschreckenderweise werden die Eisleitern immer wieder gestohlen oder für andere Zwecke missbraucht. Was die leichtsinnige Diebe oft nicht wissen: Es handelt es sich dabei um Vergehen, die als Straftat geahndet werden. Die Leitern müssen unbedingt an den Aufstellorten bleiben. Denn:

Eisleitern können Leben retten. Wie wichtig diese einfachen Hilfsmittel sind, hat ein tragisches Unglück gezeigt. Im Februar 2003 hätte ein 9-jähriger Junge mithilfe einer Eisleiter vielleicht gerettet werden können. Er brach damals durch die Eisdecke am Kaiserteich. Die Eisleiter war von Unbekannten entfernt worden, ein Zeuge hatte versucht den Jungen ohne das Hilfsgerät zu retten und war dabei fast selbst ertrunken. Kurz vor Weihnachten 2009 konnte ein Vierbeiner mithilfe einer Eisleiter gerettet werden: Am 20. Dezember wagte sich Golden Retriever "Lucky" auf den Zoopark-Weiher und brach ein. Ein Mann rettete ihn mittels Einsatz der dort vorhandenen Eisleiter.

 

Was tun, wenn ein Mensch ins Eis eingebrochen ist?

  • Unter Notruf 112 sofort die Feuerwehr rufen.
  • Wer auf das Eis geht, um anderen zu helfen, sollte sich von einem Helfer mit einem Seil absichern lassen.
  • Das Körpergewicht muss auf dem Eis auf eine möglichst große Fläche verteilt werden. Dazu Hilfsmittel wie ein Brett oder die Eisleitern verwenden.
  • Niemals bis zur Einbruchstelle vordringen; rund um diese Stelle ist das Eis sehr brüchig. Vielmehr versuchen, den Eingebrochenen mit Hilfsmitteln wie Stöcken, Stangen, zusammengerollten Mänteln oder Jacken aus dem Wasser zu ziehen.
  • Nie in das Wasser eintauchen, um Menschen zu suchen. Solche Rettungsaktionen sollten nur den Fachleuten von der Feuerwehr überlassen werden!
  • Nach erfolgter Rettung "Erste Hilfe" leisten. Verunglückte nach Möglichkeit in einen beheizten Raum bringen, Kleidung ausziehen und in Decken hüllen.