Ordnungsamt: Feuerwerk nur Silvester und Neujahr zünden

Feuerwehr gibt Tipps zum Umgang mit Feuerwerk / Verkauf erst ab 29. Dezember

Das Ordnungsamt weist darauf hin, dass zum Jahreswechsel nur am Samstag, 31. Dezember, und Sonntag, 1. Januar, "geknallt" werden darf. Leute, die Feuerwerkskörper früher oder auch später abbrennen, begehen eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbuße geahndet werden kann. Ebenfalls geahndet wird der Verkauf von Feuerwerkskörpern mit Altersbegrenzung ab 18 Jahren an Kinder und Jugendliche. Der Verkauf beginnt am Donnerstag, 29. Dezember.


Die Feuerwehr hat Tipps zum sachgerechten Umgang mit Feuerwerkskörpern und Raketen zusammengestellt:

  • Nur in Deutschland zugelassenes Feuerwerk kaufen und verwenden. Beachten, dass die Knallkörper eine "BAM-Nummer" (Bundesanstalt für Materialprüfung) tragen.
  • Feuerwerkskörper gehören nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen oder alkoholisierten Menschen. Ausnahme sind für alle Altersklassen frei gegebene Produkte.
  • Unbedingt vor dem Zünden die Gebrauchsanweisung lesen.
  • Feuerwerkskörper und Raketen nur im Freien verwenden.
  • Nach dem Anzünden der Zündschnur mindestens zehn bis 15 Meter Sicherheitsabstand einhalten.
  • Feuerwerkskörper nicht von Balkonen werfen, Raketen nicht vom Balkon aus starten.
  • Ausreichend Sicherheitsabstand zu anderen Menschen, Gebäuden, Bäumen und Fahrzeugen einhalten. Feuerwerkskörper sofort nach dem Anzünden wegwerfen oder – je nach Typ – zum Anzünden hinstellen.
  • Knaller nicht in Richtung von anderen Menschen werfen.
  • Nicht bündeln oder gemeinsam anzünden; auch nicht in Dosen, Flaschen, Briefkästen oder Altpapiercontainern zünden.
  • Besonders bei Kindern auf schwer entflammbare Kleidung achten, Silvester keine Kunstfaserstoffe wie etwa Fleece anziehen.
  • Vermeintliche Blindgänger nicht anfassen, sie können auch noch verspätet zünden. Keinesfalls nachzünden, wegen der zu kurzen Zündschnur explodiert der Knaller möglicherweise sofort. Blindgänger mit Wasser übergießen und unbrauchbar machen, denn gerade für Kinder, die solche Kracher nicht zünden dürfen, sind sie spätestens am nächsten Tag eine große Gefahr.
  • Raketen nur senkrecht starten, dabei eine Flasche verwenden. Die Flasche muss einen sicheren Stand haben, am besten aus einem Flaschenkasten heraus. Keinesfalls Raketen aus der Hand starten.
  • Die Flugbahn der Rakete abschätzen und die Auftreffstelle nach dem Ausbrennen beobachten.
  • Nach Möglichkeit vor Silvester brennbare Gegenstände von Balkonen entfernen und Fenster schließen. Manchmal werden von Jugendlichen Raketen gezielt in geöffnete Fenster, auf Balkone oder andere brennbare Gegenstände geschossen.
  • Bei Bodenfeuerwerk, wie Goldregen die Richtung des Funkenfluges beachten – dort sollten keine brennbaren Stoffe sein.
  • Bei Leuchtbatterien auf die Standsicherheit achten. Tipp: ein Brett als Unterlage verwenden.


Unfälle und Brände zu Silvester 2010

An Silvester 2010 wurden auf der Georg-Glock-Straße und der Grillparzerstraße zwei Menschen (2009:fünf) durch Feuerwerkskörper verletzt und mit Verbrennungen bis zweiten Grades - Rötung mit Blasenbildung - ins Krankenhaus transportiert. Mehre Verletzte gingen eigenständig zur Behandlung in die Ambulanzen der Krankenhäuser. Böller und Raketen hatten laut Auskunft der Ärzte Frakturen, Verbrennungen und offene Verletzungen verursacht.

Der erste Brand durch eine Rakete wurde der Feuerwehr bereits um 19.13 Uhr von der Kirchfeldstraße gemeldet. Dort hatte der Feuerwekrskörper ein Feuer auf einem Balkon entfacht. Kurze Zeit später wurde in Benrath ein Rauchmelder in einer Mietwohnung durch die Rauchwolke von einem Knallkörper ausgelöst. Das Fenster der Wohnung stand offen, der dichte Qualm drang ungehindert in die Räume ein. Eine Gefahr für die Bewohner verhinderte nur der angebrachte Rauchmelder. In der Zeit zwischen 23.35 Uhr und 4.45 Uhr ereigneten sich 31 Brände (2009:21). Mehrere brennende Müll-, Altpapier- und Altkleidercontainer riefen die Wehr auf den Plan. Auf sieben Balkonen hatten Raketen gelagerte Möbel und Haushaltsgegen-stände in Brand gesetzt. Im Hinterhof eines Mehrfamilienhauses in der Lindenstraße geriet um 3 Uhr ein großer Holzstapel in Brand. Rauch und Flammen aus einem Briefkasten wurden gegen 3.30 Uhr von der Kalkumer Straße gemeldet. Rauch und Flammen aus einem Lichtschacht vom Keller eines Wohn- und Geschäftshauses in der Neustraße meldete die Polizei um 4.20 Uhr. Dort hatten mehrere Knaller Papier und Laub lichterloh entfacht. Alle Bärnde wurden durch Böller und Co. verursacht. Der dabei entstandene Schaden schätzte die Feuerwehr auf weit über 30.000 Euro.