Feuerwehrleute machen Fitness-Abzeichen


Ab kommenden Jahr werden sportliche Leistungen mit Abzeichen in Gold, Silber und Bronze gewürdigt

"Überdurchschnittliche körperliche Leistungsfähigkeit ist eine der Säulen für eine funktionierende Feuerwehr. Ausdauer, Kraft und Koordination sind für einen Feuerwehrangehörigen unverzichtbare Komponenten, die es regelmäßig zu trainieren gilt", erklärt Feuerwehrdezernentin Helga Stulgies. In diesem Zusammenhang kündigt sie eine Neuregelung beim Dienstsport der Feuerwehr Düsseldorf an. Gute und vielseitige sportliche Fitness wird dort ab dem kommenden Jahr mit dem "Deutschen Feuerwehr Fitness-Abzeichen", kurz DFFA, ausgezeichnet. Das Abzeichen wird den Feuerwehrleuten, in Abhängigkeit von den gezeigten Leistungen, in Gold, Silber und Bronze verliehen.

Derzeit lässt die Feuerwehr 20 Sportbeauftragte bei der Deutschen Feuerwehr-Sportförderation e. V. zur Abnahmeberechtigung für das DFFA ausbilden. Die Feuerwehr hat ihre Wachen in den letzten Jahren mit modernen Kraftsport- und Fitnessgeräten ausgestattet und schickt ihre Einsatzkräfte darüber hinaus mehrfach in der Woche zum Dienstsport in Sportanlagen nahe der Feuerwache. Mit den Sportlehrern Daniel Paepcke (48) und Erika Moser (52) stehen den Brandschützern in Sachen Dienstsport bereits seit acht Jahren zwei ausgewiesene Fachkräfte zur Seite. Sie leiten den Sport nicht nur an, sondern motivieren die Feuerwehrleute dazu, sich auch über das gemeinsame Training hinaus fit zu halten.

Das DFFA soll den Mitgliedern der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr nun eine zusätzliche Motivation und eine Vergleichbarkeit der Leistungen ermöglichen. "Es gilt, gesunde Konkurrenz belebt das Geschäft.",unterstreicht Daniel Paepcke. "Wer möchte an seiner Feuerwache schon als Einziger ohne Abzeichen dastehen?"

In Anlehnung an das Deutsche Sportabzeichen wurde das DFFA speziell mit Blick auf die vielseitigen Anforderungen des Einsatzdienstes bei der Feuerwehr entwickelt. Nur wer sich in allen drei Disziplinen Ausdauer, Kraft und Koordination beweisen kann, wird ausgezeichnet. Die zu absolvierenden Übungen sind anspruchsvoll und verlangen auch ein sportliches Geschick, wie zum Beispiel der "Kasten-Bumerang-Test".

Peter Albers ist begeistert vom Feuerwehr-Fitness-Abzeichen: "Eine sinnvolle und vernünftige Alternative zum Deutschen Sportabzeichen. Es passt hervorragend in unsere neue Dienstsportregelung und berücksichtigt die Leistungsanforderungen für die Feuerwehr", erläutert der Branddirektor. Nur ein guter Läufer zu sein, reicht bei der Feuerwehr einfach nicht aus. Die Anforderungen sind deutlich breiter gefächert.

"Ein Feuerwehrmann muss, wie zuletzt bei dem Mühlenbrand im Düsseldorfer Hafen, sein eigenes Körpergewicht und 25 Kilogramm oder mehr zusätzlich mehrere Stockwerke hoch schleppen", berichtet Rolf Schliewe, Vorsitzender der Feuerwehrsportvereinigung Düsseldorf. Gerade in Düsseldorf gebe es viele Häuser mit 15 und mehr Etagen. "Diese zu erklimmen ist deutlich mehr als das, was ein durchschnittlich trainierter Mensch zu leisten imstande ist", sagt Helga Stulgies. Genau deshalb ist das DFFA auch darauf ausgelegt, eine besondere sportliche Leistung von den Teilnehmern zu verlangen.

"Dass die Einsatzkräfte mehrfach in der Woche zum Dienstsport in Sportanlagen nahe der Feuerwachen gehen, verzögert die Ausrückezeiten unter Umständen minimal. Der Dienstsport ist aber zu wichtig, um deshalb darauf zu verzichten", betont die Feuerwehrdezernentin. Um die eventuelle Verzögerung so gering wie möglich zu halten, legen die Feuerwehrleute beim Dienstsport ihre Einsatzkleidung so ab, dass sich dieFeuerwehrleute schnellstmöglich umziehen und die Fahrzeuge zu Einsätzen ausrücken können – die Hose wird beispielsweise über die Stiefel gestülpt.

Die Abwesenheiten der Wachbesatzungen der Feuerwachen sind in der Dienstanweisung "Abwesenheiten von Feuer- und Rettungswachen" geregelt. Es wird streng darauf geachtet, dass die Nachbarwache zur gleichen Zeit uneingeschränkt für Einsatzfahrten zur Verfügung steht, während die Kollegen zum Dienstsport auf Sportplätzen oder Turnhallen unterwegs sind. Einsätze und die permanente Sicherstellung der Einsatzbereitschaft gehen allen anderen Planungen vor. "So ist sichergestellt, dass in jedem Bezirk jederzeit ein Löschzug von einer Feuerwache ausrücken kann und zur Verfügung steht. Dieser ist nicht durch Übungen oder Fortbildungen gebunden ", sagt Feuerwehrchef Peter Albers. Die Notfall-Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr fahren nicht zum Dienstsport und können uneingeschränkt sofort ausrücken. Durch ein Rotationsverfahren wird sichergestellt, dass auch diese Mitarbeiter regelmäßig am Dienstsport teilnehmen können und fit bleiben.



Übersicht: Disziplinen DFFA

Aus jeder der nachfolgend aufgeführten Gruppen muss eine Disziplin erfüllt werden, die der Teilnehmer am DFFA selber aussucht. Das Alter wird durch sechs Leitungsstufen berücksichtigt (Alter: bis 28, 30 bis 34, 35 bis 39, 40 bis 44, 45 bis 49 und ab 50). Die Anforderungen wie zum Beispiel die Zeiten und Wiederholungen sind in einer Leistungstabelle nach Gold, Silber und Bronze gestaffelt.


Ausdauer

  • 5.000 Meter Laufen
  • 1.000 Meter Schwimmen
  • 20 Kilometer Radfahren


Kraft

  • Klimmziehen (2 bis 16)
  • Leitersteigen (30 bis 99 Meter)
  • Bankdrücken (6 bis 30)


Koordination

  • Parcours
  • Kasten-Bumerang-Test
  • Kombischwimmen


Der Kasten-Bumerang-Test ist ein Parcourslauf auf einer Fläche von zehn mal zehn Metern mit verschiedenen Aufgaben. Von einer Aufgabe läuft der Proband bumerangförmig zur anderen, woher auch der Name stammt. Der vorgegebene Hindernisparcours muss insgesamt dreimal vollständig durchlaufen werden. Mehr im Internet: www.dfs-ev.de.